Warum sehen wir Veränderung eigentlich so oft als etwas negatives?

Veraenderung

 

Nichts ändert sich, bis man sich selbst ändert. Und plötzlich ändert sich alles…

Die Welt ist voll von Menschen, die unzufrieden durch ihr Leben laufen. Menschen, die voll automatisiert durch ihren Alltag gehen, nichts mehr hinterfragen und alles als gegeben hinnehmen. Menschen, die mit Gott und der Welt unzufrieden sind und selbst in den schönsten Gegebenheiten noch immer etwas negatives finden. Menschen, die sich eigentlich nach so viel mehr sehnen, aber einfach (noch) nicht herausgefunden haben, wie sie ihre Ziele erreichen können, bzw. wie sie ein erfüllteres Leben führen können.

Wenn wir alles immer negativ sehen, berauben wir uns selbst so vieler schöner Momente.
Wenn wir alles immer negativ sehen, berauben wir uns selbst so vieler schöner Momente.

Nicht selten spielt die Angst vor Veränderung dabei eine große Rolle. Den Staus Quo kennen wir, wir wissen, was wir daran haben, was wir davon erwarten können und was es mit uns macht. Wenn nun aber Veränderungen bevorstehen, am besten noch welche, die wir selbst hervorgerufen haben, dann schrillen bei uns im Kopf sämtliche Alarmglocken und wir kommen nicht ins Handeln. Das ist eine ganz normale Reaktion, die unser Gehirn zum Schutz macht. Es kann erst einmal nicht abwägen, ob eine anstehende Veränderung gut oder schlecht ist, denn es hat bislang noch keine Vergleichswerte sammeln können. Um uns zu schützen hält es uns also lieber erstmal davon ab, bevor wir uns (selbst) Schaden zufügen.

Dabei ist Veränderung etwas so wundervolles. Sie bringt neue Ansichten mit sich, zeigt uns, was die Welt uns zu bieten hat und lässt uns nicht selten über uns hinauswachsen. Sie kann uns noch näher zu uns selbst bringen, aber auch deutlich machen, wann wir uns von uns entfernen.

Veränderung wird sehr häufig sehr negativ betrachtet, dabei steckt in ihr so viel Potential und so viele Möglichkeiten. Sicher gibt es nicht nur ausschließlich gute Veränderungen, jedoch auch in jeder schlechten steckt auch immer irgendwo etwas Gutes – und wenn es nur der Lerneffekt ist.

Veränderungen nicht auf die lange Bank schieben

2015 bin ich gemeinsam mit meinem Freund relativ spontan nach Berlin gezogen. Die Entscheidung, aus meinem gewohnten Umfeld auszubrechen und an einem anderen Ort weiterzumachen fiel eigentlich binnen 5 Minuten. Sicher war da noch nicht klar, wo es für mich weiter gehen würde und meinen Partner musste ich auch noch ins Boot bekommen, aber in mir war die Sehnsucht nach einer Veränderung einfach so groß, das kaum ein Weg darum herum geführt hätte. Ich fühlte mich bereit ein neues Kapitel in meinem Buch namens ‚Leben‘ zu öffnen und selbst zu beschreiben. Rückblickend eine der besten, wenn nicht sogar die beste Entscheidung meines Lebens. Berlin hat mein Leben nochmal total auf den Kopf gestellt und es komplett verändert. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich diesen Schritt ins Ungewisse gewagt habe.

Wenn man Angst vor Veränderungen hat, dann hilft es ungemein, wenn man sich vor Augen führt, was das Schlimmste ist, das einem passieren kann, wenn es nicht so klappt, wie man es sich vorstellt. In meinem Fall wäre das gewesen, dass ich keine Arbeit finde, oder, dass wir keine geeignete Wohnung finden. Zu guter letzt vielleicht noch, dass uns Berlin dann doch nicht gefällt und wir wieder zurück nach Hamburg wollen. Alles keine Weltuntergänge. Im Hinterkopf hatte ich also immer noch die Gewissheit, dass ich nich tief fallen kann, wenn es hier nicht geklappt hätte. Ich hätte jederzeit bei meinem alten Arbeitgeber wieder anfangen können und in der Heimat wären mein Freund und ich immer bei unseren Familien untergekommen, wenn wir schnell wieder zurückgewollt hätten.

Wir können uns immer wieder neu erfinden. Nichts muss so bleiben, wie es ist, nur weil man es schon immer auf diese Art und Weise gemacht hat.
Wir können uns immer wieder neu erfinden. Nichts muss so bleiben, wie es ist, nur weil man es schon immer auf diese Art und Weise gemacht hat.

Jeder will die Welt verändern, aber niemand will sich verändern

Oft fällt mir auf, das Menschen, die mir begegnen Unzufriedenheiten in den verschiedensten Lebensbereichen haben. Sie sind groß im Meckern, aber klein im Verändern. Schon Gandhi sagte eins: Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünscht. Es bringt nichts, wenn wir uns dauerhaft beklagen, aber dabei nie den ersten Schritt in die richtige Richtung machen. Wir können nicht erwarten, dass die Welt um uns herum sicher verändert, wenn wir nicht bereit sind, dazu unseren Teil beizutragen. Schließlich sind wir ein Teil dieser Welt. Wenn jemand für Veränderungen sorgen kann, dann doch definitiv wir!

Seitdem mir das bewusst ist, schaue ich, wo ich selbst Veränderung bewirken kann, wenn mir etwas nicht gefällt. Ich persönlich habe ein mega Problem mit Tierleid und unnützere Tierquälerei für unsere Nahrungsversorgung. Was ist meine Konsequenz daraus? Ich lebe vegan. Ebenso achte ich darauf, dass die Produkte, die ich nutze, nicht an Tieren getestet werden.

Dein größter Faktor der Unzufriedenheit mag vielleicht an ganz anderer Stelle liegen. Vielleicht schimpfst du regelmäßig über die Politik, oder über die Lebensbedingungen für Menschen in dritte Welt Ländern. Dann ist das für dich ein Zeichen, dass du dich in diesen Bereichen engagieren solltest und die Welt (in deinen Augen) ein Stückchen besser machst. Nicht jeder hat den gleichen Fokus und die gleichen Ansichten –  und das ist auch gut so! Aber wenn jeder das tut, woran sein Herz hängt und das auch konsequent durchzieht, dann ist unsere Welt nach einiger Zeit schon ein deutlich schönerer Ort als heute.

 

Indem wir unser Denken ändern, ändern wir unser Leben

Unsere Fassade bleibt immer die gleiche. Entscheidend ist aber, was dahinter passiert.
Unsere Fassade bleibt immer die gleiche. Entscheidend ist, was dahinter passiert.

Am schwierigsten ist es immer, wenn man Veränderungen an sich selbst vornehmen möchte. Wenn man an sich selbst Dinge bemerkt, die einem nicht gefallen. Zuerst einmal ist es unangenehm sich dessen bewusst zu werden und die eigenen ‚Schwachpunkte‘ anzuerkennen. Sie gehören zu uns und haben sich leise eingeschlichen, aber wir können sie auch wieder bitten zu gehen. Wenn wir uns schlechter Angewohnheiten oder Glaubensmustern bewusst werden, dann ist das schon mal ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir ‚Makel‘ sehen, dann heißt das, dass wir sie und auch wieder abtrainieren können.

Nehmen wir als Beispiel einfach mal häufiges nörgeln, dass uns und unser Umfeld runter zieht. Negative Energie überwiegt immer die positive Energie in einem Raum. Somit saugen chronische Nörgler sämtliche Energie aus ihrem Umfeld. Nun kann es also sein, dass besonders diese Eigenschaft uns selbst negativ an uns auffällt. Als erstes hilft es also schon mal sich zu fragen, wann die eigene Stimmung so richtig in den Keller sackt und wir zu Höchstleistung auffahren. Wenn wir uns dessen bewusst geworden sind, dann ist es ratsam, mal zu hinterfragen, warum das in diesem Moment so ist und zu hinterfragen, was wir vielleicht selbst zu Verbesserung der Situation beitragen können? Wenn es etwas gibt, dann sollten wir schleunigst anfangen, es umzusetzen, wenn nicht, was bringt dann all das meckern?

Worauf wir unseren Fokus legen, dahin fließt auch unsere Energie. Es liegt also an uns allein, uns zu hinterfragen, wie wir unsere kostbare Energie nutzen wollen. Also Schluss damit, Dinge auf die lange Bank zu schieben und Veränderung in unserem Umfeld zu erhoffen. Alles was wir brauchen, liegt bereits in uns. Wir müssen nur darauf vertrauen und es umsetzen.

 

 

 

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