Ist das Glas halb voll – oder halb leer?

Weinglas

Eine typische Frage, wenn es darum geht, ob wir uns eher als Optimisten, oder als Pessimisten sehen.

Ich selbst würde mich eher in die Reihe der Optimisten einordnen. Ich versuche immer das Positive zu sehen und glaube daran, dass sich alles – früher oder später – zum Guten wenden wird. Ich glaube, dass wir an unseren schweren Zeiten wachsen können und dass wir die Dunkelheit kennen müssen, um das Licht noch besser zu sehen.

Wie können wir rundum glücklich sein, wenn wir nicht gelernt haben, wie sich Trauer anfühlt? Wie können wir gute Seelen erkennen, wenn wir nie schlechte getroffen haben? Woher wissen wir, das heute ein besonders guter Tag war, wenn wir nie zuvor einen schlechten gehabt haben?

Sicher. Es ist total in Ordnung, wenn die Stimmung mal eine Weile lang nicht auf dem höchsten Level ist. Und es ist auch absolut in Ordnung, wenn man sich mal aufregt, oder über Dinge spricht, die einem wirklich gerade mal schlechte Laune bereiten. Aber das sollte eben nicht der dauerhafte Zustand sein. Und vor allem sollte der Fokus dabei immer eher lösungsorientiert sein, als dass wir uns unseren Gefühlen ergeben und uns von ihnen einnehmen lassen. Wenn das nämlich passiert, dann befinden wir uns in einer stetig größer werdenden Abwärtsspirale und unsere Welt wird immer grauer werden.

Was nämlich viele Menschen nicht bedenken: Wir erschaffen uns unsere Realität selbst. Nicht selten wird das, was wir denken, oder erwarten wahr. Das liegt nicht daran, dass wir eine besonders gute Intuition haben, sondern daran, dass wir uns das Leben so hindenken, wie wir es erwarten. Wenn wir alles schwarz sehen wollen, dann wird auch alles schwarz sein. Wenn wir Licht erwarten, so werden wir es auch finden. Ganz egal, wie dunkel es eigentlich ist.

Aber im Grunde genommen ist es eigentlich egal, wie voll das Glas tatsächlich ist – es lässt sich wieder füllen.

Immer und immer wieder. Egal, ob wir es achtlos ausgeschüttet haben, oder ob es Tropfen für Tropfen verdampft ist.

Wie du dein Glas wieder füllen kannst

  • Realitätscheck: Wer sich sorgt, leidet zwei Mal. Und wie oft ist es bisher vorgekommen, dass deine schlimmsten Befürchtungen alle wahr geworden sind? Wie oft bist du in Gedanken schon arbeitslos gewesen? Wie oft hast du dich schon vor einer Menschenmasse blamiert? Wie oft hast du schon keinen Ausweg mehr gesehen? Warst am Ende ohne Freunde und alle haben sich von dir abgewandt? Lass mich raten: Unzählige Male – in deinem Kopf! Aber in der Realität haben selbst die auswegslosesten Situationen immer irgendwie ein gutes Ende gefunden, oder nicht?
  • Dankbarkeit: Führe dir vor Augen, wie gut du es eigentlich hast. Du hattest heute Morgen das Glück aufzuwachen. Allein in Deutschland sterben täglich über 6.000 Menschen. Du bist ganz offensichtlich keiner davon. Du hast ein Dach über dem Kopf, hast Zugang zu frischem Trinkwasser und kannst auf die Straße gehen, ohne, dass du direkt von Krieg und Terror bedroht bist. Wir vergessen vor lauter Weitblick manchmal, wie gut wir es eigentlich wirklich haben. Uns stehen alle Türen offen. Du kannst deinen Job bestimmen und dir deinen Partner aussuchen. Du hast Menschen, die du liebst. Und Menschen, die dich lieben. Mach dir jeden Tag mindestens drei Dinge bewusst, für die du dankbar bist. Und am Besten sollte eine davon etwas sein, dass du vielleicht schon als selbstverständlich wahrnimmst. Mach das direkt nach dem Aufstehen, oder direkt vor dem Schlafen gehen. So hast du einen festen Zeitpunkt dafür und kannst es nicht vergessen.
  • Achtsamkeit: Sieh dich mal um. Halte mal bewusst Ausschau nach Dingen oder Momenten in deiner Umgebung, die gut sind. Sie sind da. Immer. Und noch viel mehr als das: Wenn wir offen für die schönen Momente sind, dann finden sie uns von ganz alleine. Und sie werden sich sogar vermehren. Und wenn es gerade nicht viel zu entdecken gibt, weil du zu Hause bist? Dann genieße einfach mal deine Umgebung ganz bewusst. Wie fühlt sich der Stuhl oder das Sofa an, auf dem du gerade sitzt? Wie riecht dein Getränk? Wonach schmeckt es? Wie ist die Raumtemperatur? Ist dir warm oder kalt?

Egal, wie voll dein persönliches Glas bisher immer war, du kannst es jederzeit wieder auffüllen und immer wieder daraus schöpfen. Das Glas wird niemals vollständig leer sein, wenn du es nur stetig wieder mit dem richtigen Inhalt füllst.

Und ist es nicht schön, das Glas mit noch mehr zu befüllen, als uns das (wenige), was wir noch haben nehmen zu lassen?

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22 Comment

  1. Eine ganz philosophische Frage 😀
    Ich werde versuchen, mein Glas wieder aufzufüllen 🙂

    1. Vanessa says: Antworten

      Das freut mich, Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg dabei. 🙂

  2. Interessanter Artikel! Gute Tipps auch 🙂

    1. Vanessa says: Antworten

      Vielen lieben Dank 😉

  3. Sehr toller Blogpost! Ich gehöre auch zu den Optimisten und kann dir in jedem Punkt zustimmen! Wir haben doch nur dieses Leben! Also sollte man die schönen Momente feiern und den schlechten den Rücken kehren! Klar es geht immer mal abwärts aber wir dürfen uns deswegen nicht runterziehen lassen! Habe auf meinem Blog auch schon über dieses Thema geschrieben!

    Glg. Steffi

    1. Vanessa says: Antworten

      Schön, dass es dir da auch so geht 🙂 Du hast so recht. Dieses eine Leben, das wir haben ist ein Geschenk. Wir sollten es so gut, wie es uns möglich ist nutzen.

  4. Fallen ist keine Schande, nur liegen bleiben. Bin auch gerade dabei mein Glas zu befüllen 🙂

    1. Vanessa says: Antworten

      Absolut. Und nach jedem Fall wirst du wieder etwas stärker werden. Ich wünsche dir viel Erfolg beim befüllen. 😉

  5. Das ist wirklich ein wunderschöner Beitrag! Ich bin auch der Meinung, dass wir besonders durch Dankbarkeit noch mehr Gutes in unser Leben ziehen können.

    Liebst,
    Any | Echo Of Magic

    1. Vanessa says: Antworten

      Das freut mich. Dankbarkeit ist für mich tatsächlich einer der Hauptschlüssel für ein glückliches Leben.

  6. Zu 90% bin ich ein „Glas ist halb voll“-Mensch. Allerdings gibt es manchmal Situationen, da schaffe ich es einfach nicht, positiv zu denken. Aber ich denke, das muss auch mal sein. Zu 100% positiv eingestellt zu sein, klappt meiner Meinung nach gar nicht.
    LG Melli

    1. Vanessa says: Antworten

      100% positiv ist auch wirklich eine nahezu unerreichbare Quote. Aber ich finde, es hilft schon, wenn man sich bewusst macht, das man gerade mal schlecht denkt und fühlt und sich dann fragt, ob es das wirklich gerade wert ist. Meist hilft mir diese Fragestellung, um mich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Oder man wählt die zweite Alternative: ‚Lass mich! Ich muss mich da jetzt reinsteigern!‘ 😉

  7. Sehr toller Beitrag! Vor allem für jemanden wie mich. Obwohl ich hart daran arbeite, tendiere ich dazu, das Glas öfter als halb leer zu betrachten. Gerade der Punkt „Dankbarkeit“ hilft mir aber oft mir bewusst zu machen, dass ich eigentlich ganz schön viel Glück im Leben habe.

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

    1. Vanessa says: Antworten

      Aber du hast schon viel geschafft, in dem du bereits daran arbeitest. Es fällt dir auf. Und genau da beginnt das Umdenken. Der Rest kommt von ganz allein 🙂

  8. Ein schöner Artikel 🙂 Ich bin eindeutig auch eher Optimist, verliere mich aber dann doch von Zeit zu Zeit in pessimistischen Gedanken, da helfen deine Tipps „wie man das Glas wieder füllen kann“ wirklich 🙂

    Liebe Grüße,
    Giulie

    http://onyvanow.blogspot.com

    1. Vanessa says: Antworten

      Das freut mich sehr. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei 😉

  9. Toller Blogpost! Ich bin mittlerweile auch mehr der Optimist aber es gab mal eine Zeit das war ich richtiger Pessimist und habe nur negative vibes um mich geschmissen. Gottseidank ist das vorbei. 🙂

    Liebe Grüße

    Anne von kitthiisworld.blogspot.de

    1. Vanessa says: Antworten

      Schön, dass du deinen Weg aus dieser negativen Zeit heraus geschafft hast. Es hat sich mit Sicherheit gelohnt, nicht wahr? 😉

  10. Oh das ist echt ein toller Beitrag! Sehr inspirierend! Ich werde auf jeden Fall auch versuchen, mein Glas wieder zu füllen 🙂

    Alles Liebe,
    Laura von http://www.lauratopa.com 🙂

    1. Vanessa says: Antworten

      Vielen Dank. Das freut mich sehr. Viel Spaß und Erfolg dabei

  11. Ich würde es eher positiv sehen und sagen „Mein Glas ist noch halb voll“. Allerdings war das nicht immer so. Achtsamkeit und Dankbarkeit sind aber auf jedenfall sehr wichtige Themen, die du im Beitrag erwähnt hast. Wenn man sich mal bewusst macht, wofür man alles dankbar sein kann, fällt einem nach ein paar Minuten mehr an, als man jemals gedacht hätte 😉

    LG, Tina

    1. Vanessa says: Antworten

      Schön, dass du selbst auch schon einen Weg gefunden hast, wie du deinen ‚Fülllstand‘ beeinflussen kannst. Aber das stimmt, es gibt so unzählige Dinge, für die wir dankbar sein können, aber manchmal liegen sie einfach zu nahe.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

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