Fünf Sprachen der Liebe – Gary Chapman

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Die 5 Sprachen der Liebe | Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt – Gary Chapman

Oft fragen wir uns, was aus dem Traumpaar von einst geworden ist. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da konnten sie die Finger nicht voneinander lassen, sprachen in den höchsten Tönen voneinander und schienen unzertrennlich zu sein. Doch wenn wir sie heute sehen sind sie kaum noch wiederzuerkennen. Es weht ein eisiger Wind um die beiden. Viele würden jetzt das große und böse Wort Alltag in den Mund nehmen um zu beschreiben, was da wohl geschehen ist.

Gary Chapman jedoch hat dazu eine ganz andere Meinung. Er hat langjährige Erfahrung als Seelsorger und hat schon viele Paare beraten – und ihre Ehen gerettet. (In Amerika wird ja meist früher geheiratet, als hier in Deutschland, von daher lässt sich das auch gut auf jegliche andere Beziehungsform übertragen.) Während seiner Laufbahn hörte er immer wieder, dass der eine Partner sich nicht mehr geliebt fühlt. Ebenso hörte er aber auch, dass ein Partner das Gefühl hat, seine Liebe deutlich zum Ausdruck zu bringen, aber vom anderen kommt leider gar nichts zurück.

Oftmals liegt es daran, dass zwei Menschen zwar physisch die gleiche Sprache sprechen, aber dennoch emotional aneinander vorbei reden. Sie zeigen sich zwar ihre Liebe, aber sie tun es auf eine ganz gegensätzliche Art und Weise. Dabei können die Differenzen so weit auseinander gehen, wie es deutsch und chinesisch tun.

Während seiner Paartherapien fiel Gary Chapman ein bestimmtes Muster auf, wie sich die Paare ihre Liebe zu zeigen schienen. So studierte er noch einmal all seine Notizen und fand heraus, dass Menschen sich auf verschiedene Arten ihre Liebe zeigen. Er nannte sie die 5 Sprachen der Liebe und nutze dieses, selbst erlangte, Wissen nun auch, um es in seinen Seminaren anderen Paaren mitzuteilen.

  1. Lob und Anerkennung

    Kommunikation ist eigentlich immer wichtig, aber wenn jemand diese Sprache der Liebe Spricht, dann legt er darauf ganz besonderen Wert. Wenn er keine lieben Worte von seinem Partner bekommt, dann fühlt er sich auch nicht geliebt. Er braucht freundliche Worte und kommt einer simplen Bitte (vielleicht noch durch ein Kompliment abgerundet) liebend gern nach, bei stupiden Forderungen, ohne jeglichen liebevollen Inhalt reagiert er aber meist eher ablehnend und fühlt sich schnell ausgenutzt. Komplimente motivieren ihn viel mehr als Nörgeleien. Er braucht liebe Worte und Zusprache bei dem, was er tut. Wenn er den Rückhalt seines Partners hat und sich dadurch wertgeschätzt fühlt, dann ist er glücklich.

  2. Zweisamkeit – die Zeit nur für dich

    Nie unternehmen wir etwas gemeinsam! Wer das häufig von seinem Partner zu hören bekommt, der kann fast davon ausgehen, dass dieser die Sprache der Zweisamkeit spricht. Er möchte gemeinsame Erlebnisse mit seinem Partner haben und nicht nur gemeinsam im gleichen Raum sitzen, sondern auch eine Sache gemeinsam ausüben. Dabei geht es nicht um besonders energiegelande Aktionen. Schon ein tiefes Gespräch mit viel Blickkontakt ist oftmals ausreichend. Er benötigt dabei viel ernst gemeinte Zuwendung und fühlt sich wirklich geliebt, wenn er die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Partners bekommt. Er wünscht sich, dass ihm einfach nur ernsthaft zugehört wird und er sich Dinge von der Seele sprechen kann. Dabei geht es gar nicht darum, dass er unbedingt den Rat des Anderen benötigt, sondern, dass er sich durch das reine Zuhören ernst genommen und respektiert fühlt.

  3. Geschenke, die von Herzen kommen

    Für Menschen, die die Sprache der Geschenke sprechen, sind kleine Aufmerksamkeiten der größte Liebesbeweis, den sie von ihrem Partner bekommen können. Dabei geht es gar nicht um den materiellen Wert des Geschenks. Es geht viel mehr um die Geste an sich, darum, dass der Partner an einen gedacht hat. Mal eine Rose, oder eine kleine Grußkarte, mal etwas, das er für sein Hobby benötigen kann. Mal auch einfach nur etwas von der Lieblingsnascherei. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. So versteht er die Liebe des anderen.

  4. Hilfsbereitschaft

    Spricht jemand die Sprache der Hilfsbereitschaft, so fühlt er sich unwahrscheinlich geliebt, wenn der Partner ihn bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten unterstützt. Für ihn ist es ein Liebesbeweis, wenn der Partner z.B. die Wäsche für ihn aufhängt, oder ihn bei einer anderen Tätigkeit in der Hausarbeit oder etwas anderem unterstützt.

  5. Zärtlichkeit

    Berührungen und liebevolle Gesten sind für denjenigen, der die die Sprache der Zärtlichkeit spricht, von immenser Bedeutung. Wenn er beispielsweise mit seinem Partner auf dem Sofa sitzt, oder spazieren geht, so sucht er immer die körperliche Nähe des Partners. Dabei geht es ihm gar nicht unbedingt um Sex, sondern viel mehr um das Gefühl von Nähe und Verbundenheit. Das bedeutet nicht, dass er stundenlange niemals endende Umarmungen benötigt, aber immer mal wieder etwas Berührung. Meist reicht schon eine kleines vorübergehendes Streicheln, wenn sich der Weg mit dem des Partner kreuzt. Er muss spüren, dass der Partner für ihn da ist und sich ihm körperlich zuwenden kann.

Keine Sprache ist dabei besser, als die andere. Jede Sprache für sich ist als wertfrei anzusehen. Und jede Sprache kann erlernt werden. Manch einer spricht auch mehrere Sprachen. Es ist eine bewusste Entscheidung, wenn man die Sprache seines Partners erlernen möchte. Das Gefühl von frischer Verliebtheit hält im Durchschnitt zwei Jahre an. Danach kommt, das was wir oft unter dem Begriff Alltag kennen und Liebe wird zu einer bewussten Entscheidung. Dabei ist nicht wichtig, dass wir in allem übereinstimmen. Viel wichtiger ist es, dass wir einen Weg finden, um mit diesen Unterschieden zurecht zu kommen und uns dabei so respektieren und wertschätzen, dass wir keinen Keil zwischen uns und unseren Partner schieben.

Zitate Sprachen der Liebe

 

Leseerlebnis

Das Buch ist recht leicht geschrieben und kommt ohne wissenschaftliche Begriffe aus. Man merkt, dass es Gary Chapman Herzensangelegenheit ist, Paaren uns ihren Beziehungen zu helfen die Liebe aufrecht zu erhalten und im Zweifelsfall auch wieder neu zu beleben. Er schreibt über ein Thema, in dem er sich absolut auskennt und kann somit viele lehrreiche Tipps aus seiner Laufbahn als Seelsorger und Seminarleiter geben.

Was habe ich daraus mitgenommen?

Ich denke wir wissen alle, dass Liebe, neben dem Gefühl der Zugehörigkeit, eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen sind. Ich habe zwar vorher in einem Podcast schon mal von den 5 Sprachen der Liebe gehört, mir war danach aber nicht so bewusst, wie wichtig diese Sprachen eigentlich für eine gute und funktionierende Beziehung sind. Beim Lesen fielen mir an mir selbst kleine Dinge auf, bei denen ich noch leichtes Verbesserungspotenzial hätte. Ebenso habe ich gelernt, dass diese Sprachen nicht nur für eine gesunde Partnerschaft wichtig sind, sondern auf alle anderen zwischenmenschlichen Beziehungen angewendet werden können. So beispielsweise zwischen Freunden, oder in der Familie. Schließlich zeigen und verstehen wir die Zuneigung des anderen ja immer gleich, egal wer unser Gegenüber gerade ist. So kann nicht nur unsere Liebesbeziehung zum Partner wachsen, sondern auch die zu unseren Eltern oder Kindern, oder die zu unseren Freunden.

Inspiration

Wenn man selbst sich beim Lesen nicht sicher ist, welche Sprache der Liebe man selbst spricht, so ist am Ende des Buches ein kleiner Liebessprachentest (30 Fragen), der Aufschluss darüber gibt, welche Sprache der Liebe man selbst spricht und versteht. Wenn der Partner selbst keine Lust hat, das Buch zu lesen, so kann man auch einfach den Test mit ihm machen, oder ihn machen lassen. So habe ich es mit meinem Freund gemacht, obwohl ich mir eigentlich schon recht sicher war, was dabei heraus kommen würde. Witzigerweise sprechen wir beide die gleichen Sprachen, was laut dem Autor sehr selten zu sein scheint. Es kann langfristig verheerende Folgen haben, wenn wir unterschiedliche Sprachen sprechen. Wir verstehen so einfach nicht, dass der Partner uns seine Liebe zeigt und fallen in den Strudel der Unzufriedenheit, fühlen uns ungeliebt und nicht wertgeschätzt. Nichts desto trotz denke ich, dass es sinnvoll ist, wenn man auch mal Elemente aus den anderen Sprachen mit in die Beziehung einfließen lässt.

Ob ich das Buch empfehlen würde?

Ich finde das Buch ist großartig. Ich bin mir sicher, dass es wieder Licht in so manch eine dunkel gewordene Partnerschaft bringen kann. Da der Autor ein Amerikaner ist, muss man zwar zwischendurch gedanklich das Wort Ehe einfach durch Beziehung ersetzen, denn eigentlich alle Paare, über die er in seinen Fallbeispielen spricht sind recht früh verheiratet gewesen. Ich denke auch, dass jeder daraus etwas etwas lernen und mitnehmen kann, ganz egal welchen Beziehungsstatus er oder sie gerade hat. Wie schon erwähnt: die fünf Sprachen lassen sich auch gut aus sämtliche andere Lebensbereiche anwenden. Ebenso kann es nicht schaden, das Buch in einer schweren Phase der aktuellen Beziehung zu lesen, denn für den Fall gibt Gary Chapman eine extra ‚Anleitung‘, wie man eine Beziehung wiederbeleben kann, die eigentlich schon gegen die Wand gefahren ist. Auf einen Versuch kommt es drauf an.

Über den Autor

gary chapmanGary Demonte Chapman ist ein US-Amerikanischer Pastor. Er ist als Seelsorger und Paartherapeut tätig, gibt auf diesem Gebiet auch viele Seminare. Zusätzlich hat er eine eigene Radioshow, die auf mehr als 400 Kanälen ausgestrahlt wird. Da er nicht allen Menschen mit einer Paartherapie helfen kann, schrieb er das Buch ‚Die 5 Sprachen der Liebe‘. So hofft er, so vielen Menschen, wie Möglich den Zugang zu diesem Wissen zu geben und so einige Ehen wieder etwas Leben zu verleihen, bzw. sie vor dem Scheitern zu schützen.

 

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