Haben wir alle Schulden bei Mutter Natur?

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Es ist schon lange bekannt, dass wir nach und nach immer weiter aktiv daran arbeiten, unseren Planeten zu zerstören. Aber damit machen wir mehr als die Erde kaputt – wir zerstören unser Zuhause.

Der 8. August – der Tag, an dem wir Schulden bei Mutter Natur schreiben

Earth Overshoot Days seit 1987
Earth Overshoot Days seit 1987

Jedes Jahr erreichen wir ihn früher. Den Welterschöpfungstag (Eath Overshoot Day).

So wird der Tag bezeichnet, ab dem sich unser Planet innerhalb eines Jahres nicht mehr eigenständig von den Belastungen erholen kann, die wir ihm zumuten. Es sind alle Ressourcen aufgebraucht und wir stehen sozusagen in einem Schuldenverhältnis zur Natur.
In diesem Jahr fällt dieser Tag auf den 8. August. Letztes Jahr war es noch der 13. August, also fünf Tage später. Das scheint im ersten Moment gar nicht so gravierend, aber wenn man Hochrechnungen glauben schenken darf, so benötigen wir im Jahr 2030 im Grunde genommen zwei Planeten um unser langfristiges Überleben sichern zu können.

Die Berechnung ist Teil einer jährlichen Kampagne der Orgnisation Global Footprint Network, die es sich zum Ziel setzt, dass wir die Endlichkeit und die Grenzen unser natürlichen Ressourcen erkennen. Der Tag setzt sich aus dem aktuellen globalen ökologischen Fußabdruck und der globalen Biokapazität zusammen. Diese beiden werden in ein rechnerisches Verhältnis zueinander gebracht und ergeben dann den für das jeweilige Jahr stehenden ‚Termin‘. Wenn man sich das ganze bildlich vorstellen, leben wir aktuell so, als hätten wir 1,6 Erden zu unser freien Verfügung.

Die Folgen

Dass das alles nicht spurlos an uns vorbei geht, das sollte uns allen klar sein. Schon jetzt beklagen wir uns stetig über den Klimawandel, die schmelzende Polkappen, die Übersäuerung und Überfischung der Meere, schrumpfende Wälder,  dem Aussterben vieler Tierarten und noch viele weitere Punkte. Wir selbst werden die Ausmaße sicher nicht mehr in ihrer vollen Breite erleben, aber was ist mit unseren Kindern, Ekelkindern und Urenkeln? Werden diese dann überhaupt noch die Möglichkeit haben, das Ganze wieder in positive und gesunde Bahnen zu lenken?

Wir sollten JETZT etwas ändern. Nicht erst morgen oder nächste Woche, oder an Neujahr. Jeder Tag, an dem wir aktiv handeln und Entscheidungen treffen, ist wichtig. Es muss sich ja nicht immer gleich um riesige monströse Veränderungen handeln. Aber jeder noch so kleine Schritt hat einen immensen Wert, wenn ihn nur genug Menschen in ihren Alltag integrieren.

Was kann ich tun?

Es ist gar nicht so schwer, seinen biologischen Fußabdruck etwas zu verkleinern und die Welt ein Stückchen besser zu machen. Viele kleine Dinge summieren sich letztendlich auch.

Reduziere deinen Plastikkonsum

Es ist immer praktisch ein/zwei Tragetaschen dabei zu haben
Es ist immer praktisch ein/zwei Tragetaschen dabei zu haben

Ich achte zum Beispiel darauf, dass ich möglichst wenig Plastik einkaufe. Das gilt für die Lebensmittel genauso, wie für die Tragetüte, um Gekauftes nach Hause zu transportieren. Ich habe immer einen Stoffbeutel in der Handtasche, um auch dann gut ausgerüstet zu sein, wenn ich mal spontan was einkaufen möchte. Beim Lebensmitteleinkauf versuche ich Glasflaschen oder ähnliches zu bevorzugen, um möglichst wenig Plastikmüll nach Hause zu schleppen. Das klappt, je nach Geschäft, mal mehr mal weniger. Am besten ist es umsetzbar, wenn man auf dem Markt einkaufen geht. Dort kauft man in der Regel auch eher regional und vermeidet hohe Emissionen durch weite Transportwege.

So wenig tierische Produkte wie möglich

Wer schon ein bisschen was von mir gelesen hat, der weiß, dass ich selbst schon länger vegan lebe. Ich persönlich tue es hauptsächlich aus ethischen Gründen, aber nichts desto trotz ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Genuss von tierischen Produkten in der Masse, in der wir ihn momentan konsumieren, äußerst umweltschädlich ist. Der Ausstoß von Kohlendioxid durch die Tierindustrie ist insgesamt höher als der, den wir mit allen Verkehrsmitteln zusammen erreichen! Zudem sind beispielsweise allein für die Herstellung für ein (!) Kilogramm Rindfleisch über 15 Kilogramm Getreide und über 15.000 Liter Wasser notwendig.

Öfter mal öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder Fahrgemeindschaften nutzen

Bus und Bahn fahren immer, egal ob sie mit einem oder mit 30 Fahrgästen unterwegs sind. Wieso sollten wir uns das also nicht einfach zunutze machen und auch mal mit einsteigen. Sicher kommt es immer drauf an, wo und wie man wohnt, aber gerade in Städten kann man den Wagen oft ganz entspannt stehen lassen. Als ich nach Berlin gezogen bin, war eine der ersten Dinge, die ich erledigt habe der Verkauf meines Autos. Hier in der Stadt sah ich dafür einfach keine Verwendung mehr. Und auch wenn ich meine Familie im Hamburger Umfeld besuchen möchte greife ich oft auf den Fernbus zurück. Das hat sogar den Vorteil, dass man vielleicht mal mit der ein oder anderen netten Person ins Gespräch kommt, anstatt wieder nur dem Radiomoderator zuzuhören.

Schaut mal, welchen Stromanbieter ihr bezieht

Dass wir uns nicht aussuchen können, welcher Strom tatsächlich durch unsere Leitungen im Haus fließt ist ja bekannt. Unser Strom kommt, grob angerissen, aus einem großen Pool, in dem sich der Strom diverser Produzenten sammelt. Somit wird unsere Technik mit einem bunten Stromgemisch verschiedener Arten versorgt. Was man aber machen kann, ist die Zusammensetzung dieses Pools zu beeinflussen. Zum Beispiel beziehe ich meinen Strom von einem Anbieter, der diesen aus nachhaltigen und regenerativen Quellen erzeugt. Somit unterstütze ich selbst nicht finanziell die Atomenergie und sorge zum kleinen, aber nicht unbedeutenden Teil, für mehr Nachhaltigkeit in Bezug auf unsere Ressourcen.

Da geht noch was!

Mein ökologischer Fußabdruck im Vergleich zum deutschen Durchschnitt
Mein ökologischer Fußabdruck im Vergleich zum deutschen Durchschnitt

Das war jetzt nur ein kleiner Auszug von dem, was man alles machen kann. Aber ich denke, dass das jetzt einfach den Rahmen sprengen würde. Wenn ihr noch mehr Tipps und Ideen haben möchtet, dann schreibt mir das sehr gern in die Kommentare, oder kontaktiert mich per Mail.

Du willst wissen, wie groß dein persönlicher ökologischer Fußabdruck ist? Kein Problem: Auf footprint-deutschland.de kannst du diesen anhand einiger Fragen herausfinden, wo du noch Handlungsbedarf hast.

 

 

 

Mein Dank geht an: Wikipedia, n-tv, Umweltbundesamt
Bildquelle Earth Overshoot Day Statistik: Wikipedia

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